Ferienhausbranche auf Wachstumskurs

Perspektive Ferienhaustourismus

Deutscher Ferienhausverband veröffentlicht zum dritten Mal Ergebnisse der Branchenumfrage

Berlin, 29. Mai 2018. Die Ferienhausanbieter sind zufrieden mit dem abgeschlossenen Geschäftsjahr 2017. Das durchschnittliche Umsatzwachstum lag bei 13 Prozent, die Buchungen sind um zehn Prozent angestiegen. Positiv bewerten die Ferienhausvermittler, Veranstalter und Portale, dass die Qualität der Ferienhäuser und Appartements kontinuierlich steige. Das erhöhe die Kundenzufriedenheit und die Rate der Buchungs-Rückkehrer. Neben einer wertigen Unterkunft erwarten Urlauber zunehmend eine schnelle Buchung mit variablen Anreisetagen und Aufenthalten. Die Ergebnisse der Branchenumfrage skizzieren zum dritten Mal ein Stimmungsbild des deutschen Ferienhausmarkts. Der Ergebnisbericht kann unter www.deutscher-ferienhausverband.de/branchenumfrage-2018 heruntergeladen werden.

Erfolgskurs von Ferienwohnungen in der Angebotsvielfalt begründet
Die Anbieter werten die zunehmende Angebotsbreite als entscheidenden Grund für den Erfolg von Ferienwohnungen. Da es einen latenten Bedarf an individuellen Urlaubsquartieren gibt, steigt die Urlaubernachfrage analog zum Angebot. Ferienhäuser können daher für viele Regionen eine Chance sein, um für steigende Gästezahlen zu sorgen, den Tourismus anzukurbeln und letztendlich von den Einnahmen zu profitieren. Den zweiten Platz der Erfolgsfaktoren belegt nach Auffassung der Anbieter das steigende Bedürfnis nach Privatsphäre und Rückzug aus dem fremdbestimmten Alltag. An dritter Stelle liegt die unkomplizierte Buchung der Objekte, die das Business wesentlich schneller und flexibler gemacht hat. Eine direkte Online-Buchbarkeit
und -Zahlung der Ferienhäuser lassen die Branche zum Hotelsegment aufschließen.

Starkes Buchungsjahr für Kroatien – Deutschland bleibt top
Seit Jahren gilt Kroatien als aufstrebende Ferienhausdestination. 2017 lag das Reiseziel auf Platz zwei im Ranking der Urlaubsländer mit den meisten Buchungen, gefolgt von Italien und den niederländischen Nachbarn. Unangefochten auf Platz eins liegen die Naherholungsgebiete in Deutschland. Dort nimmt die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns die Spitzenposition ein. Es folgen das Nordsee-Festland und die Ostseeküste in Schleswig-Holstein. Die Mieten für das gebuchte Ferienhaus lagen in den Sommerferien für eine Woche bei 987 Euro, das entspricht etwa 140 Euro pro Objekt/Tag. 4,5 Personen teilten sich eine Ferienunterkunft und bevorzugten 2,6 Schlafzimmer. Die Aufenthaltsdauer lag bei 8,5 Tagen, gebucht wurden im Schnitt 84 Quadratmeter. Beliebtestes Suchkriterium auf den Portalen der Anbieter war das WLAN, gefolgt von der Haustierfreundlichkeit der Unterkunft und dem Pool. Platz vier und fünf gingen an den Geschirrspüler und die Sauna.

Ausblick: Signale zeigen weiteres Wachstum an
Die Vorzeichen für ein erfolgreiches 2018 stehen gut. Dass immer frühzeitiger in der Saison eine Ferienwohnung für den Sommer gebucht wird und überdurchschnittlich hochwertige Objekte in exponierter Lage gefragt sind, deuten die Anbieter als sicheres Signal für einen erneuten Zuwachs. Die Anbieter gehen einstimmig davon aus, dass 2018 ein gutes Jahr für den Ferienhaustourismus wird und sie ihr Angebot weiter ausbauen können. Ein besonders großes Marktpotenzial schreiben sie der Zielgruppe der Familien zu. Im Trend, dass sich große Gruppen, mehrere Familiengenerationen oder Freunde, ein Ferienhaus teilen, stecke ebenfalls großes Potenzial. Da der Buchungswert häufig über dem einer durchschnittlichen Reservierung liegt, ist diese Zielgruppe für Anbieter besonders attraktiv.

Überregulierungen verkomplizieren den Markt
Als größte Herausforderung werten die Anbieter den Ruf nach Zweckentfremdungsverboten in Städten und beliebten Regionen. In einigen Destinationen wurde die Vermietung in den letzten Jahren stark reglementiert. Dabei bleibt unberücksichtigt, dass die klassischen Ferien- und Zweitwohnungen nur einen geringen Anteil am Gesamtwohnungsmarkt einnehmen und auch als Dauerwohnraum den Mangel an fehlenden Wohnungen nicht auffangen können. Anbieter wünschen sich daher einen umfangreichen Bestandsschutz und eine faire Gleichbehandlung aller Marktteilnehmer. Nach Auffassung der Anbieter sollte genau geprüft werden, welche Auswirkungen Verbote und gesetzliche Einschränkungen auf den Wohnungsmarkt und die Branche in den einzelnen Kommunen haben. Regulierungen halten die Anbieter nur dann für sinnvoll, wenn das Gleichgewicht zwischen Ferienwohnungen und Dauerwohnungen gefährdet ist. Es sei allerdings davon auszugehen, dass sich der Markt in der Regel von selbst reguliert und staatliche Eingriffe nicht erforderlich sind.

Auf Platz zwei im Ranking der Herausforderungen wählten die Anbieter die zunehmenden Auskunftspflichten, mit denen sie sich konfrontiert fühlen. Die Unternehmen sehen sich wachsenden Verpflichtungen und Anforderungen gegenüber, die sie teilweise nicht leisten können. Dazu gehört unter anderem die Weitergabe von Vermieterdaten an die Kommunen und Regionen. Die Bedenken reichen von Datenschutzaspekten über negative Auswirkungen auf das Vertrauensverhältnis zwischen Vermietern und Anbietern bis hin zur Tatsache, dass den Portalen ein Teil der geforderten Daten nicht vorliegt.

Auf den dritten Platz liegt der Umgang mit Ferienwohnungen in Wohngebieten. Trotz Klarstellung in der Baunutzungsverordnung (BauNVO) 2017, die Ferienwohnungen in Wohngebieten unter bestimmten Umständen erlaubt, gibt es in manchen Orten Diskussionen darüber, wie die neue gesetzliche Regelung vor Ort umzusetzen ist. Die Änderung von Bauleitplänen spielt dabei ebenso eine Rolle wie der Bestandsschutz von Ferienwohnungen: Der Gesetzgeber wollte im Rahmen der Novelle der BauNVO keine Rückwirksamkeit festschreiben.

Über die Branchenumfrage
Die Branchenumfrage des Deutschen Ferienhausverbands e. V. wurde von Pamela Premm – Public Relations, Konzeption und Text – entwickelt und durchgeführt. Die ermittelten Ergebnisse sind Grundlage für die dritte Ausgabe von „Perspektive Ferienhaustourismus“. Zwölf der führenden Ferienhausanbieter aus dem Ferienhaussegment und Mitglieder des DFV haben an der anonymen Online-Umfrage teilgenommen. Sie wurden zu Themen wie die Entwicklung von Umsatz- und Buchungszahlen, Trend-Destinationen, Buchungskriterien, Herausforderungen und Chancen befragt. Der Ergebnisbericht kann unter www.deutscher-ferienhausverband.de/branchenumfrage-2018 kostenlos heruntergeladen werden.